Naturmatratzen
Längst sind die Zeiten, als Naturmatratzen nur etwas für Öko-Fans und Umweltschützer waren, vorbei. Moderne Naturmatratzen werden wegen ihrer besonderen Eigenschaften immer beliebter und bieten darüber hinaus noch ein ökologisch reines Gewissen für Seiten-, Rücken- und Bauchschläfer aller Alters- und Gewichtsklassen.
Material und Aufbau
Entsprechend ihrer Bezeichnung besteht das Innenleben einer Naturmatratze ausschließlich aus natürlichen und unbehandelten Stoffen. Die Palette der verwendeten Füllstoffe reicht dabei von Naturlatex über Kokoskautschuk und Kaschmirwolle bis zu Hanf, Stroh, Torf und Kamel- bzw. Rosshaar. Viele Modelle bestehen auch aus einem mehrere Zentimeter dicken Kern (ca. 6 cm) aus Kokoskautschuk, der mit Naturlatex ummantelt ist (ca. 5 cm). Als äußere Hülle fungiert dann noch ein Woll-Vlies aus Baum- oder Schafswolle.
Eigenschaften und Vorteile
Hinsichtlich des Komforts, der Liege und Schlafqualität sowie in puncto Haltbarkeit ist die Naturmatratze ihren Kaltschaum- oder Federkernmodellen in vielen Bereichen weit überlegen. So haben diese naturbelassenen Modelle durch ihre durchgängige Befüllung eine sehr gute Flächenelastizität, weshalb sie sich nicht nur für den normal gewachsenen Schläfer, sondern auch für große, schwere Nutzer und fürs Kinderzimmer eignen.
Die durchweg natürlichen Füllstoffe sichern eine flächendeckende Belüftung und eine optimale Klimatisierung der Matratzen, weshalb ihnen auch Feuchtigkeit nichts anhaben kann.
Gerade bei Umweltprodukten wird das Thema Allergie besonders groß geschrieben. Naturmatratzen haben dabei nicht nur wegen ihrer natürlichen Füllstoffe, sondern auch wegen ihrer unbehandelten Materialien die Öko-Nase vorn. Sowohl das Woll-Vlies der Kern-Ummantelung wie auch eventuell zugehörige Bezüge sind bei den Naturmodellen aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) und alle Tiermaterialien wie Schafwolle stammen aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT). Das bedeutet den Verzicht auf Düngemittel, keine Genmanipulation und keine chemische Behandlung aller Inhaltsstoffe und Materialien.
Ferner sind Kokosmatratzen und alle anderen Natur-Varianten besonders wirksam gegen Hausstaubmilben geschützt, natürlich ebenfalls auf ausschließlich natürlicher Basis. Verwendet werden dafür einzelne Wirkstoffe des in den Tropen beheimateten Niem-Baums. Außerdem können optionale Bezüge der Matratzen entfernt und bei bis zu 60˚ gewaschen werden. Somit besteht ein umfassender Milbenschutz über viele Jahre hinweg. Das macht die Naturmatratze nicht nur orthopädisch, sondern auch ökologisch zu einem Spitzenprodukt.
Durch den Einsatz verschiedener Naturlatex-Mischungen lassen sich (bei einigen Herstellern nur auf Anfrage) auch verschiedene Härtegrade erreichen, die sogar innerhalb einer Matratze (Doppelbett) kombiniert werden können.
Einige Hersteller bieten darüber hinaus auch Modelle (insbesondere Kokosmatratzen) an, bei denen sich der separate Kern nicht in der Mitte, sondern am oberen oder unteren Ende befindet. Das dient ebenfalls zur schnellen und komfortablen Änderung des Härtegrades.
Kaufentscheidung
Da die Anschaffung einer Kokosmatratze oder eines ähnlichen Natur-Modells immer auf dem Umweltaspekt basiert, ist die Herkunft und Verarbeitung der Materialien wohl der wichtigste Anhaltspunkt. Die schon erwähnten Abkürzungen „kbA“ (kontrolliert biologischer Anbau) und „kbT“ (kontrolliert biologische Tierhaltung) sollten daher unbedingt beachtet werden. Auch das „QUL“-Siegel (Qualitätsverband umweltverträgliche Latexmatratzen) ist ein sicheres Indiz für Qualität, Verarbeitung und Umweltverträglichkeit des Produkts.