Federkernmatratzen
Neben den Kaltschaummatratzen sind es vor allem die Federkernmatratzen, die von den Deutschen bevorzugt werden. Sie gelten mittlerweile ebenso als Klassiker und konnten sich dank einer treuen Fangemeinde und einiger unschlagbarer Vorteile trotz der Aufholjagd des Kaltschaums behaupten.
Material und Herstellung
Die Matratzenindustrie kennt heute mehrere unterschiedliche Federarten für Matratzen. Dazu zählen beispielsweise die kleineren und an den Enden offenen Leichtfederkerne, die so genannten Endlosfederkerne und natürlich den Klassiker, die Bonnellfederkerne, bei denen sich der Federdurchmesser an den Enden stark erhöht. Aber ganz gleich, wie die Federn geformt und befestigt sind oder aus welchen Material sie bestehen, das Prinzip der Federkernmatratze ist immer das Gleiche. Die Federn werden innerhalb der Matratze befestigt (in der Regel durch Einnähen) und an den beiden Enden mit Dämmstoffen aus Schaumstoff, Wolle oder Vlies bedeckt, um einen Abrieb oder ein Durchscheuern der Federn nach außen zu verhindern. Bei Taschenfederkernmatratzen sind die einzelnen Federn noch in kleine Stofftaschen eingenäht, von denen es in diesen Modellen mehrere Hundert Stück gibt.
Eigenschaften und Vorteile
Aus dem Aufbau der Federkernmatratzen ergeben sich auch einige ihrer wichtigsten Vorteile. Da im Innenraum relativ viel Luft zirkulieren kann, sind sie sehr atmungsaktiv und eignen sich daher für alle Jahreszeiten und die unterschiedlichsten Schlafgewohnheiten. Entstehende Feuchtigkeit kann dadurch problemlos verdunsten, was die Matratze unempfindlich für eventuellen Schimmelbefall macht (eine gute Nachricht also für alle Allergiker). Ein weiterer Vorteil, der sich aus dieser Konstruktion ergibt, ist die hervorragende Punktelastizität insbesondere bei Taschenfederkernen, weil die einzelnen Taschen an der Liegefläche miteinander verbunden sind.
Bei höherwertigen Matratzen können Federn mit unterschiedlicher Spannung eingesetzt werden, wodurch – ähnlich wie bei der Kaltschaum-Variante – verschiedene Liegezonen entstehen. So lassen sich die Federkern-Modelle in unterschiedliche Härtegrade und Gewichtszonen einteilen. Hinsichtlich der Punktelastizität hat die Taschenfederkernmatratze im Vergleich mit Endlosfederkern- oder Bonnellfederkernmatratzen dabei die Nase eindeutig vorn.
Über lange Zeit ein Manko der Federkern-Variante war ihre Eignung nur für ebene Flächen bzw. gerade Lattenroste. Aber auch in diesem Punkt liegt die Federkernmatratze inzwischen mit ihren Schaumstoff – oder den Latex-Konkurrenten gleichauf. Und auch durchgescheuerte Polsterungen, aus denen Feder-Enden herausragen, gehören durch neue Dämmstoffe der Vergangenheit an.
Kaufentscheidung
Wer sich für eine Federkernmatratze entschieden hat, steht vor einer schier unüberschaubaren Auswahl an Modellen aus allen Preisklassen. Um in diesem Dschungel nicht die Übersicht zu verlieren, sollte einige einfache Aspekte berücksichtigt werden. So reicht beispielsweise für eher leichtere Personen ein einfaches Modell aus, während für große oder schwerere Lasten ein Modell mit unterschiedlichen Zonen die bessere Wahl ist. Zwar können Federkernmatratzen für den Transport nicht geknickt werden, aber auch das spricht für die Stabilität und die Stützwirkung im Schlaf. Außerdem haben derartige Matratzen (unabhängig vom Modell) eine enorme Haltbarkeit von vielen Jahren. Bei Taschenfederkernmatratzen sollte man sich auch nach der Anzahl der Federn erkundigen. Je mehr Federn verarbeitet wurden, desto höher ist die Punktelastizität, was sich direkt auf den erholsamen Schlaf auswirkt.
